Meine Geschichte
Mit 17 Jahren faszinierte mich die Macht des Geistes über den Körper – Fakire auf glühenden Kohlen, Operationen unter Hypnose. Diese Faszination führte zu einer Promotion in Psychologie mit dem Schwerpunkt veränderte Bewusstseinszustände.
Dann entdeckte ich Impact Play in der Berliner BDSM-Szene und fand die Alchemie, die ich akademisch erforscht hatte: Schmerz wird zu Lust, Hingabe zu Freiheit. Nach Jahren in der Datenwissenschaft, als Mutter und einer Midlife-Crisis überzeugte mich ein Tanzretreat im Jahr 2025 davon, dies nicht länger als Hobby zu betrachten.
Ich war 17, als ich zum ersten Mal von der außergewöhnlichen Macht des Geistes über den Körper fasziniert war.
Fakire, die barfuß über glühende Kohlen liefen, ohne sich zu verbrennen. Zähne, die unter Hypnose gezogen wurden, ohne Drogen, scheinbar schmerzfrei. Menschen, die ihre Leistung auf einem stationären Fahrrad im Trancezustand vervielfachten und die Grenzen ihres eigenen Körpers überschritten. Wie war das alles möglich? Ich konnte nicht aufhören, mir diese Frage zu stellen – und diese Frage prägte den Rest meines Lebens.
Der Wissenschaftler
Diese Faszination inspirierte mich zum Psychologiestudiumund dazu, mich dem Verständnis der bemerkenswerten Fähigkeit des Geistes zu widmen, physische Erfahrungen zu formen, zu transformieren und manchmal sogar zu transzendieren.
Während meines Studiums in Budapest, Ungarn, erforschte ich veränderte Bewusstseinszustände in all ihren Formen: Hypnose, holotropes Atmen, ekstatischer Tanz, Meditation und Ausdauersport. Ich war Halbprofi-Schwimmer und lief zwei Marathons – einfach nur, um den Adrenalinrausch im Wettkampf und das Läuferhoch nach über vier Stunden in einem relativ sicheren, professionellen Umfeld zu erleben.
Diese Faszination führte mich schließlich zu einer professionellen Ausbildung in Hypnoseund später zu einer Promotion in Psychologie mit Schwerpunkt auf Verhaltenssüchten – jenen nicht chemisch induzierten, tranceartigen Bewusstseinszuständen, die uns genauso stark in ihren Bann ziehen können wie jede Substanz. Meine Forschung untersuchte, wie Motivation, Persönlichkeit und Verhalten im Laufe der Zeit interagieren und wie tiefgreifend unsere Gedanken, Emotionen und Erfahrungen nicht nur unser Fühlen und Handeln, sondern auch die Biologie des Gehirns prägen.
Der Masochist
Doch einige der wichtigsten Lektionen lernte man erst nach dem Studium, nicht währenddessen.
Als Sadomasochistinentdeckte ich Impact Play während meiner BDSM-Reise in Berlinund war sofort von seiner Tiefe, Komplexität und transformativen Kraft fasziniert. Meine erste Erfahrung mit Auspeitschung war magisch und lebensverändernd zugleich. Sie lehrte mich am eigenen Leib, was ich jahrelang nur theoretisch studiert hatte: loszulassen, dem Prozess zu vertrauen und mich voll und ganz auf den Moment einzulassen – auch auf das Leiden. Und in diesem Moment geschah etwas Unerwartetes: Leiden verwandelte sich in nie zuvor erlebte Lust. Es fühlte sich an, als hätten meine unbewussten Neigungen, meine akademische Ausbildung und meine wissenschaftliche Neugier endlich einen gemeinsamen, fruchtbaren Boden gefunden.
Aber Impact Play privat und professionell zu betreiben, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Daraus eine Karriere zu machen, war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal in meinen kühnsten Träumen.
Der Wendepunkt
Nach meiner Promotion arbeitete ich beruflich mit Daten – zunächst in der akademischen Statistik, später in der Datenwissenschaft. Es war ein völlig anderes Leben. Erst als ich Mutter wurde und später mitten in einer Midlife-Crisis steckte, entdeckte ich meine Leidenschaft wieder, die ich vernachlässigt hatte.
Zwischen Jobsuche, Covid und der Rückkehr aus der Elternzeit vertiefte ich mich in die technischen, psychologischen und künstlerischen Aspekte des Impact Play – und entdeckte kurz darauf das Fingerflogging. Meine Praxis, die sowohl meditativ als auch technisch war, entwickelte sich schnell zu einer soliden Fertigkeit.
Nach und nach fragten Freunde und Spielpartner nach Sessions. Man erkannte mich auf Fetischpartys. Andere wollten von mir lernen. Was als persönliche Faszination begonnen hatte, entwickelte sich langsam zu einer Berufung.
Den endgültigen Anstoß gab mir ein tiefgreifendes spirituelles Erlebnis bei einem Tanzretreat im Sommer 2025.Zum ersten Mal erlaubte ich mir, diesen Weg nicht länger als Hobby zu betrachten, sondern als die Arbeit, für die ich bestimmt war.
Heute
Heute widme ich mich voll und ganz dem Impact Play. Was einst als Nebenprojekt begann, ist mittlerweile zu meinem Hauptberuf. Durch private Sessions, Workshops und Community-Events schaffe ich Räume, in denen die Berliner BDSM- und Impact-Play-Community Erfahrungen sammeln, lernen, sich vernetzen und weiterentwickeln kann.
Mein Ansatz vereint Verständnis, technische Präzision und tiefen Respekt vor der Weisheit des Körpers. Ob durch Intensität, Schmerz, Rhythmus, Vorfreude oder veränderte Bewusstseinszustände – mich interessiert vor allem eines: Menschen dabei zu helfen, ihr volles Potenzial an Empfindungen, Ertragen und der Transformation von Leid in Wachstum, Freude und Sinn zu entdecken.
Ich habe mir diese Arbeit nicht ausgesucht. Diese Arbeit hat mich ausgesucht – und ich habe zugestimmt.