DIE NEUROCHEMIE DES SCHMERZES II: Das Timing ist entscheidend
Timing: Der Verlauf einer Schmerzreaktion
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Chemikalien ihren eigenen Wirkungsverlauf haben. Als Impact-Top kannst du nicht viel tun, um die Freisetzung dieser Chemikalien zu beschleunigen. Das individuelle Tempo zu finden, ist der Schlüssel zu einem angenehmen Erlebnis, und dieses Tempo hat seinen eigenen Verlauf.
Sie werden aus der folgenden Tabelle ersehen, dass Endorphine erst nach 2 Minuten freigesetzt werden und sie in der Regel bis zu 10 Minuten (oder länger) benötigen, um ihren Höhepunkt zu erreichen. Es hat keinen Sinn, mit voller Kraft zu schlagen, bevor die Endorphine wirken, denn ihr Körper ist einfach nicht darauf vorbereitet, den Aufprall zu empfangen und in Lust umzuwandeln.
Eine kurze Zusammenfassung der Neurochemie der Schmerzreaktion.
Die langfristigen Akteure: Dopamin & Oxytocin
Während sich die Session entfaltet und Schmerz in einen Rhythmus integriert wird, betreten neue chemische Stoffe die Bühne:
Dopamin ist Teil des Belohnungssystems des Gehirns. Es ist verbunden mit Neuheit, Mustererkennung und Vorfreude. Beim Impact Play kann das Verändern von Rhythmus, Tempo oder Werkzeugen - all das führt Neuheit ein und verhindert event Langeweile - die Dopaminausschüttung erhöhen und die Person engagiert und “high” halten.
Oxytocin - oft als “Liebes- und Bindungshormon” bezeichnet - wird freigesetzt, wenn Vertrauen vorhanden ist, aber sie werden auch ausgelöst durch Haut-zu-Haut-Berührung, Blickkontakt, und körperliche Nähe. Oxytocin hemmt Schmerz nicht direkt, aber es puffert Stress ab und trägt zu einem Gefühl von Sicherheit und emotionaler Verbundenheit bei. Dies macht den Körper bereiter, offen zu bleiben, selbst gegenüber schmerzhaften Reizen.
Gegenseitige Effekte
Diese Neurochemikalien folgen nicht nur der Stimmung - sie erzeugen sie auch. Das Nervensystem arbeitet sowohl bottom-up (vom Körper zum Geist) als auch top-down (vom Geist zum Körper). Das bedeutet, dass Schmerz, Berührung, Klang und Verbindung alle in eine Schleife von Erfahrung und Bedeutung einfließen.
Zum Beispiel:
Eine warme Hand auf der Haut, ein Kratzen oder sogar eine feste Umarmung kann Oxytocin auslösen, das wiederum hilft, eingehenden Schmerz abzufedern und den Körper offen für die Opioide zu halten.
Die Vorfreude auf Schmerz – wie das “Verpassen” eines Schlags in der Nähe – kann Noradrenalin stimulieren, was die Konzentration erhöhen und dem Körper helfen kann, Schmerz zu modulieren (solange die Person entspannt und vertrauensvoll bleibt).
Dieser duale Prozess hilft zu erklären, warum Schmerz in einem sicheren, gut kalibrierten Umfeld zu Lust werden kann – eine kraftvolle innere Reise zwischen Körper und Seele.